Entgiften, Entschlacken, Ausleiten
dies sind die Grundpfeiler einer erfolgreichen naturheilkundlichen Therapie. Denn bei jeder Krankheit haben wir es mit gestörten Selbstheilungskräften des Körpers zu tun.
Oft wird die Eigenregulation des Körpers durch Schadstoffe, bzw. Gifte gestört. Deshalb ist es wichtig diese Stoffe auszuleiten.
Dies geschieht einerseits mit naturheilkundlichen Medikamenten, andererseits durch ausleitende Verfahren, welche die Verschlackung des Körpers beseitigen.
Schröpfen, Schröpfkopfmassage
Das Schröpfen ist eine traditionelle Therapiemethode und zählt zu den ausleitenden Verfahren. Dabei werden Schröpfgläser auf die Haut gesetzt und darin Unterdruck erzeugt. Durch diesen Unterdruck wird eine Ausleitung von Schadstoffen über die Haut erreicht.
Als körperliche Reaktion auf das Schröpfen entstehen eine vermehrte Durchblutung des Gewebes sowie eine Anregung des Lymphsystems. Zusätzlich erfolgt eine Stimulierung des vegetativen Nervensystems und eine Aktivierung des Immunsystems. Das Schröpfen wirkt also nicht nur lokal, sondern kann über die Reflexzonen auch Einfluss auf die inneren Organe nehmen. Das Schröpfen bringt bei Muskelverspannungen und Rückenschmerzen Entspannung und wirkt schmerzstillend.
Indikationen:
HNO-Erkrankungen: Otitis media, Angina tonsillaris, akute und chronische Bronchitis,
Erkrankungen des Bewegungsapparats: Rückenschmerzen in allen Bereichen, Osteoporoseschmerzen, schmerzhafte Verspannungen
Schwächezustände: Hypotonie, chron. Müdigkeit
Verdauungsschwäche, funktionelle Darmerkrankungen
Gua Sha
Gua Sha ist eine alte asiatische Technik. Dabei wird die Haut leicht geschabt und gestaute Körpersäfte aktiviert. Die Wirkung ist etwas intensiver wie bei der Schröpfkopfbehandlung
Baunscheidttherapie
Die Baunscheidttherapie ist ein alternativmedizinisches Behandlungsverfahren, welches um 1840 von dem westfälischen Gewerbelehrer und Erfinder Carl Baunscheidt (1809-1873) stammt. Es zählt zu den ausleitenden Verfahren und ist in dieser Form fast nur in Deutschland verbreitet. Mit dieser Methode werden chronische Entzündungen, Schmerz- und Reizzustände und Verkrampfungen, Rheumatismus, Gicht, Multiple Sklerose, Lungenleiden, Bandscheibenschäden, Migräne u.a. behandelt.
Nach eigener Erzählung habe Baunscheidt die Idee gehabt, als eine Mücke ihm in die gichtkranke Hand stach und seine Schmerzen daraufhin verschwanden. Seine Erfindung wurde von vielen Zeitgenossen in Europa und in den USA kopiert.
Das Baunscheidt-Verfahren ist Bestandteil der meisten Heilpraktikerausbildungen. Es wird hauptsächlich von Heilpraktikern, aber auch von naturheilkundlich orientierten Ärzten angewendet.
Prinzip
Der "Lebenswecker" ist ein Nadelungsgerät. Es besteht aus einer münzgroßen Scheibe an einem Griff. In der Scheibe sind 25-30 Stahlnadeln befestigt, die von Hand oder mit einer Feder 1-2 mm tief in die Haut gestochen werden. Auch Nadelwalzen sind gebräuchlich. Die Behandlung wird meist beiderseits der Wirbelsäule am Rücken, seltener an anderen Körperstellen durchgeführt. Als Ersatz für das Mückengift mischte Baunscheidt ein hautreizendes Öl, das in die angeritzten Hautstellen eingerieben wurde, das sog. Pustulanzium, dessen historische Rezeptur nicht überliefert ist.
Nach dem Tode Baunscheidts haben die Anhänger der Methode eine Reihe von Ersatzrezepturen ersonnen, u.a. mit Wacholderöl, Senföl und anderen hautreizenden Stoffen, besonders häufig wurde jedoch Crotonöl verwendet, um dessen Verwendung in der Originalrezeptur in der Literatur immer noch gestritten wird. Auf den behandelten Stellen entstehen Bläschen oder Pusteln, die meistens narbenlos abheilen. Allergische Reaktionen auf hautreizende Öle sind möglich.